Kepler Communications hat den größten Rechencluster im Orbit gestartet, ausgestattet mit 40 Nvidia Orin Edge-Prozessoren, die an 10 funktionierenden Satelliten montiert sind. Diese Cluster nutzen Laserkommunikationsverbindungen zur Datenübertragung.
Das Unternehmen hat nun 18 Kunden und gab am Montag bekannt, dass Sophia Space, ein Startup, das die Software für seinen einzigartigen orbitalen Computer testen wird, der neueste Kunde ist.
Experten erwarten, dass wir bis in die 2030er Jahre keine großangelegten Rechenzentren wie die von SpaceX oder Blue Origin geplanten sehen werden. Der erste Schritt wird darin bestehen, Daten, die im Orbit gesammelt werden, zu verarbeiten, um die Fähigkeiten von weltraumgestützten Sensoren zu verbessern.
Kepler sieht sich nicht als Rechenzentrumsunternehmen, sondern als Infrastruktur für Anwendungen im Weltraum. CEO Mina Mitry erklärte, dass das Unternehmen Netzwerkdienste für andere Satelliten im Weltraum oder für Drohnen und Flugzeuge in der Luft darunter bereitstellen möchte.
Sophia hingegen entwickelt passiv gekühlte Raumcomputer, die eine der wichtigsten Herausforderungen für großangelegte Rechenzentren im Orbit lösen könnten: das Überhitzen leistungsstarker Prozessoren zu verhindern, ohne schwere und teure aktive Kühlsysteme bauen und starten zu müssen.
Im Rahmen der neuen Partnerschaft wird Sophia ihr proprietäres Betriebssystem auf einen der Kepler-Satelliten hochladen und versuchen, es über sechs GPUs auf zwei Raumfahrzeugen zu starten und zu konfigurieren. Diese Art von Aktivität ist in einem terrestrischen Rechenzentrum Routine, und dies ist das erste Mal, dass es im Orbit versucht wird. Sicherzustellen, dass die Software im Orbit funktioniert, wird eine wichtige Risikominderung für Sophia sein, bevor der erste geplante Satellitenstart Ende 2027 erfolgt.
Für Kepler hilft die Partnerschaft, den Nutzen seines Netzwerks zu beweisen. Derzeit verarbeitet es Daten, die vom Boden hochgeladen oder von gehosteten Nutzlasten auf seinen eigenen Raumfahrzeugen gesammelt werden. Doch mit der Reifung des Sektors erwartet das Unternehmen, dass es mit Satelliten von Drittanbietern verbunden wird, um Netzwerk- und Verarbeitungsdienste anzubieten.
Die U.S. Militärs sind wichtige Kunden für solche Arbeiten, da sie ein neues Raketenabwehrsystem entwickeln, das auf Satelliten zur Erkennung und Verfolgung von Bedrohungen angewiesen ist.
Diese Art der Edge-Verarbeitung, bei der Daten dort verarbeitet werden, wo sie gesammelt werden, um eine schnellere Reaktionsfähigkeit zu gewährleisten, wird den orbitalen Rechenzentren zunächst ihren Wert verleihen. Dieses Konzept hebt Sophia und Kepler von etablierten Raumfahrtunternehmen wie SpaceX und Blue Origin ab.

