Ousters neue Farb-Lidar-Sensoren ersetzen Kameras
Die Technologiebranche hat in den letzten zehn Jahren darüber diskutiert, ob selbstfahrende Autos Lidar-Sensoren, Kameras oder beides benötigen. Das Lidar-Unternehmen Ouster hat nun eine neue Antwort: Beide Technologien in einem Sensor zu vereinen.
Am Montag kündigte das in San Francisco ansässige Unternehmen eine neue Reihe von Lidar-Sensoren an, die es „Rev8“ nennt, und alle bieten das sogenannte „native Farb-Lidar“ an. Diese Sensoren sind in der Lage, Farbbilder und dreidimensionale Tiefeninformationen gleichzeitig zu erfassen und erledigen somit die Arbeit von zwei Sensoren in einem.
Der CEO von Ouster, Angus Pacala, erklärte, dass diese Entwicklung ein Jahrzehnt in Anspruch genommen hat und er warnt vor den Ambitionen für die neue Produktreihe, die er in einem exklusiven Interview mit TechCrunch als das „Heilige Graal“ bezeichnete, nach dem Roboterbauer immer gesucht haben.
„Das Ziel ist, die Kameras überflüssig zu machen. Es gibt keinen Grund, warum ein Sensor nicht beide Aufgaben erfüllen kann“, sagte er.
Ousters neue Sensoren verändern die bisherigen Annahmen. Anstatt separate Lidar- und Kamera-Sensoren zu kaufen, können Unternehmen nun einen einzigen Sensor nutzen, was Zeit und Ressourcen spart.
Die Rev8-Reihe kommt in einer dynamischen Phase für Lidar-Unternehmen, in der es zu einer Welle der Konsolidierung kommt, während Ouster Velodyne übernimmt und Luminar kürzlich Insolvenz anmeldete und seine Vermögenswerte verkauft hat.
Die neuen Sensoren von Ouster könnten besonders wertvoll für Robotikunternehmen sein, da sie sowohl präzise Tiefeninformationen als auch hochwertige Bilddaten liefern. Pacala betont, dass Ouster mit Fujifilm und dem Bildwissenschaftsunternehmen DXOMARK zusammengearbeitet hat, um zu verstehen, was es bedeutet, eine großartige Kamera zu bauen.
In der Tat behauptet Pacala, dass Ousters Farb-Lidar in vielerlei Hinsicht besser ist als moderne Kameras, dank der Art und Weise, wie das Unternehmen seine Sensoren entwirft und herstellt.
Ouster verwendet eine digitale Lidar-Architektur, die es ermöglicht, die Informationen direkt auf einem benutzerdefinierten Chip zu erfassen. Dies führt zu einer höheren Empfindlichkeit als bei herkömmlichen Kameras.
Die neuen Sensoren sind bereits an bestehende Kunden ausgeliefert worden und Bestellungen werden entgegen genommen. Pacala ist besonders stolz auf den OS1 Max-Sensor, der eine Reichweite von 500 Metern in alle Richtungen hat und kleiner ist als andere Lidar-Sensoren mit großer Reichweite.
„Wir hatten bereits einen Lidar mit großer Reichweite, aber dieser ist klar überlegen“, sagt Pacala. „Das wird dazu führen, dass wir ihn viel mehr bei Hochgeschwindigkeits-Robo-Trucking und Robotaxi-Anwendungen sehen werden.“


